Libro
Andrea, Jean-Baptiste
Was ich von ihr weiß : Roman / Jean-Baptiste Andrea ; aus dem Französischen von Thomas Brovot
Titolo / Responsabilità: Was ich von ihr weiß : Roman / Jean-Baptiste Andrea ; aus dem Französischen von Thomas Brovot
Pubblicazione: Luchterhand, 2025
Descrizione fisica:
506 Seiten
ISBN: 9783630878003
EAN: 9783630878003
Data:2025
Lingua:
Tedesco (lingua del testo, colonna sonora, ecc.)
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Abstract:
Über jede Norm erhaben sind eine außergewöhnliche Statue und die unkonventionelle Beziehung zweier Außenseiter. (DR) Michelangelo Vitaliani, genannt Mimo, liegt nach einem langen Leben als begnadeter Bildhauer im Sterben – in einer Abtei, umgeben von einigen Mönchen, vor der Öffentlichkeit fast so gut verborgen wie sein Meisterwerk. Schicht für Schicht, wie beim Anfertigen einer Skulptur, legt der Autor frei, was das Leben dieses Künstlers ausgemacht hat: Mimos herausragendes Talent, sein besonderer Werdegang mit mehr Tiefen als Höhen, der Gipfel gesellschaftlicher Anerkennung als gefeierter Auftragnehmer der faschistischen Regierung. Mimo, mit 1,40 m deutlich kleiner gewachsen als der Durchschnitt, ist aber nicht vollständig ohne Viola Orsini, die er als dreizehnjähriger Lehrling kennenlernt. So unkonventionell wie ihre erste Begegnung wird auch die lebenslange Beziehung der beiden laut Viola »kosmischen Zwillinge« (S. 162) sein. Der hochintelligenten und belesenen Viola ist die eigene adelige Familie viel zu eng, sie pflegt ganz bewusst ihre »unheimliche« Ausstrahlung und fliegen lernen will sie auch – zumal sie überzeugt ist zu wissen, welcher Fehler Leonardo da Vinci bei seiner Flugmaschine unterlaufen ist. Irgendwann muss sich Viola den familiären Zwängen beugen, sie übt aber deutlich Kritik am faschistischen Gedankengut und damit auch an ihrer Familie. Auch von Mimos Opportunismus zeigt sie sich enttäuscht. Und Mimo, der inzwischen bei den Orsinis ein und aus geht, will sich ihrer Freundschaft würdig erweisen: Er lässt seine geplante Aufnahme in die Akademie der Künste mit einer tollkühnen Rede platzen … und statt des »Neuen Menschen« wird er sein Meisterwerk schaffen, eine Pietà. Diese Skulptur mit ihrer enormen irrationalen Wirkung auf die Betrachter löst eine Flut an Beschwerden aus und muss nach so gründlichen wie erfolglosen Untersuchungen schließlich auf Anordnung der kirchlichen Behörden an einem geheimen Ort unzugänglich verwahrt werden. – Lakonisch formulierter poetischer Roman, phantasievoll erzählt vor dem authentischen Hintergrund des faschistischen Italien: Das ist kein Widerspruch, sondern die Begründung für eine absolute Leseempfehlung! Der Bestseller aus Frankreich wurde zu Recht mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. (bn.bibliotheksnachrichten/Sabine Krutter/www.biblio.at)